Wie funktioniert die externe Promotion?

Der “Dr.med.” ist zwar längst kein Must-Have mehr, viele deiner Kommilitonen entscheiden sich dennoch schon im Studium für die medizinische Promotion. Aus logistischen Gründen ist es auch sehr empfehlenswert, wenn Du vor Start der Assistenzarztzeit mit deiner Promotion fertig bist.

Leider gestaltet sich die Suche nach der passenden Doktorarbeit oft anspruchsvoll. Neben grundlegenden Fragen wie “Fachrichtung”, “Thema” und “Art der Doktorarbeit” ist natürlich auch die Wahl der Uni und des Betreuers entscheidend. Unterschiedliche Unis haben, z.B. aufgrund eines angeschlossenen Instituts, auch unterschiedliche Schwerpunkte und Spezialisierungen. Damit gehen dann natürlich auch Know-How, qualifizierte Ansprechpartner oder eine spezielle Laborausstattung einher. Besonders bei einem sehr konkreten fachlichen Themenwunsch kann der Blick über den Tellerrand des eigenen Lehrstuhls sinnvoll sein.

Doch nicht nur fachliche Gründe sprechen für die Promotion an einer anderen Uni. Manchmal gibt es auch einfach aktuell keine Möglichkeit vor Ort zu promovieren. Eventuell hat die Uni generell nur wenige Betreuer oder es sind gerade alle Plätze ausgelastet.  Für deine Kommilitonen mit Immatrikulation im Ausland ist dies z.B. häufiger der Fall.

Grundlegendes zur medizinischen Doktorarbeit

Bei der Promotion werden grundsätzlich zwei Arten unterschieden:

Interne und externe Promotion

Bei einer internen Promotion schreibst Du die Doktorarbeit an der Uni, an der Du auch gerade aktiv studierst und immatrikuliert bist. Bei einer externen Promotion wirst Du von einer “fremden” Uni betreut und bist oft nicht mal an der betreuenden Uni eingeschrieben. Das ist z.B. bei deinen ärztlichen Kollegen der Fall, die erst im Berufsleben mit der Doktorarbeit starten und an keiner Uni mehr eingeschrieben sind.

Die grundsätzliche Herangehensweise ans Thema ist jedoch bei beiden Varianten gleich: Lies die Promotionsordnung der Uni, an der Du die Promotion schreiben möchtest!

Dann weißt Du, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind und wie der organisatorische und formelle Ablauf ist. Das kann von Uni zu Uni nämlich stark variieren.

In der Promotionsordnung findest Du zum einen die Formvorgabe. Das sind die Richtlinien zum Anfertigen der Arbeit und es sind u.a. folgende Dinge geregelt:

  • minimale und maximale Seitenzahl
  • vorgegebene Zitierweise
  • Schriftart und Schriftgröße
  • etc., etc., …

Der Promotionsordnung kannst Du aber oft auch alle Fragen zur persönlichen und fachlichen Voraussetzungen oder der Betreuungsvereinbarung entnehmen. An vielen Unis kann man z.B. erst in den klinischen Semestern promovieren, an anderen darf man bereits vor dem Physikum mit der Vorbereitung und Datenerhebung starten. Um genau zu wissen, welche Möglichkeiten Du hast, ist die Lektüre der Promotionsordnung und/oder ein Anruf im Studiendekanat Pflicht.

Vor- und Nachteile

Interne Promotion

Die interne Promotion ist der unkompliziertere Weg zum Doktortitel. Ein wichtiger Vorteil ist der kurze Weg zu Professoren und Betreuern. Schon bei der Auswahl der Doktorarbeit kannst Du auf persönliche Kontakte aus Vorlesungen oder Seminaren bauen. Das ist dann natürlich auch während der aktiven Arbeit an der Doktorarbeit sehr vorteilhaft. Es muss nicht für jede Frage ein Termin vereinbart werden. Manchmal reicht es auch nach der Vorlesung, in der Sprechstunde oder auch beim Mittagsessen drei Worte miteinander zu wechseln.

Achtung: Es ist dennoch sehr empfehlenswert regelmäßig fixe Abspracheterminen zu vereinbaren um wichtige Punkte der Doktorarbeit im Detail und mit mehr Ruhe durchzusprechen.

Zusätzlich kannst Du bei der internen Promotion von der Erfahrung älterer Kommilitonen profitieren. Empfehlungen für gute Betreuer und faire Professoren können Gold wert sein. Ein weiterer interessanter Punkt bei der internen Promotion ist die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder studentische Hilfskraft. Dann wirst Du für deine Arbeit am Forschungsprojekt oder im Fachbereich auch bezahlt und hast die Chance noch mehr Erfahrungen und Kontakte zu sammeln.

Als Nachteil ist hier, wenn überhaupt, die eingeschränkte Themenvielfalt zu nennen. Jede große Uniklinik hat in der Regel auch zu allen wichtigen Themen einen Betreuer. Wie eingangs beschrieben, gibt es dennoch teils große Unterschiede bei der Spezialisierung und Ausstattung der Unis. Für eine Forschungsarbeit mit dem Thema Demenz kann z.B. ein spezialisiertes neurologisches Institut mit Erfahrung ein großer Pluspunkt sein.

Externe Promotion

Bei der externen Promotion fallen natürlich sehr viele Vorteile weg. Den persönliche Kontakt und kurzen Draht herzustellen ist deutlich anspruchsvoller. Daher wirst Du bei externen Doktorarbeiten oft eigenständiger Arbeiten müssen. Bei einer theoretischen Doktorarbeit mag das auch vollkommen klar gehen. Die Auswertung vorhandener Daten und Quellen kann ja von überall erfolgen. Für praktische Doktorarbeiten ist dann schon ein deutlich konkreter Plan sinnvoll. Laborarbeit und klinische Studien kosten die Uni ja letzten Endes auch Geld. Deine eigene Uni wird daher wahrscheinlich nicht ohne weiteres Ressourcen für dich freigeben, wenn die Forschungsergebnisse dann an einer ganz anderen Uni publiziert werden. Hier sind also genaue Absprachen notwendig. Oft findet die Forschung daher in Urlaubssemester oder während der Ferien an der tatsächlich betreuenden Uni statt.

Und das Thema Geld ist bei einer Promotion wirklich nicht zu vernachlässigen. Universität und Professor möchten für ihre investierte Zeit ja auch einen echten Gegenwert in Form von Forschungsergebnissen oder Publikationen sehen. Besonders bei der Suche nach einer externen Promotion ist es daher sinnvoll, wenn Du die Frage beantwortest: “Welchen Nutzen hat der Professor davon mich zu betreuen?”.

Der große Vorteil bei der externen Promotion ist also die gezielte fachliche Auswahl von Betreuer und Uni. Zudem ist sie manchmal auch die einzige Option. Sowohl bereits arbeitende Ärzte, als auch viele deiner deutschen Kommilitonen in Bulgarien oder Ungarn haben oft nur die Möglichkeit extern zu promovieren.

Tipps bei der Suche

Die Suche nach einer externen Promotion ist i.d.R. mit einem höheren Zeit- und Rechercheaufwand verbunden. Mit folgenden Tipps kannst Du dir trotzdem viel Zeit sparen und deine Chancen auf einen Betreuungsvertrag deutlich erhöhen:

Nutze Empfehlungen und Veranstaltungen

Bei einer externen Promotion kennst Du den Professor vielleicht nicht persönlich aus einer Vorlesung. Versuche trotzdem einen möglichst persönlichen Zugang über Kommilitonen oder Kollegen zu bekommen. Auch auf vielen Weiterbildungsveranstaltungen und Kongressen hast Du die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und so mit deinem zukünftigen Betreuer ins Gespräch zu kommen.

Recherchiere vor dem Telefonieren

Ich spreche hier bewusst vom Telefonieren und nicht vom Mails schreiben. Ein erster Kontakt übers Telefon ist immer wertvoller als Email-Pingpong. Du kannst schon mal nach den grundsätzlichen Möglichkeiten einer Promotion fragen und auch direkt deine eigene Motivation mit einbringen. Sehr sinnvoll ist es, wenn Du vorher die Schwerpunkte und eventuellen Veröffentlichungen des Profs kennst. Wenn Du ein Steckenpferd vom Prof als Thema vorschlägst, stehen die Chancen direkt besser.

Triff klare Absprachen

Manchmal ist der Professor nicht direkt selbst zu erreichen. Versuche dann über das Sekretariat einen festen Telefontermin, am besten während seiner üblichen Sprechzeiten, zu bekommen. Dann hat der Professor keinen extra Aufwand und Du die Chance auf ein persönliches Gespräch. In diesem Kennlerngespräch solltest Du einen klaren weiteren Fahrplan erfragen: z.B. ob grundsätzlich die Chance auf eine Promotion besteht, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind und worauf der Professor im Exposé wert legt.

Bring den Nutzen für den Prof rüber

Eine Doktorarbeit zu betreuen kostet Professor und Betreuer immer Zeit. Mache dir vorher also darüber Gedanken, welche Vorteile der Professor von der Promotion hat. Der Fakt, dass Du danach einen schönen “Dr. med.” auf der Visitenkarte stehen hast, bringt ihm nämlich wenig. Überzeuge den Professor also zum einen mit Zuverlässigkeit und einem geringen Arbeitsaufwand für ihn, aber auch mit sinnvollen Forschungsergebnissen für seinen Lehrstuhl.

Fazit

Eine externe Promotion kann eine bewusste Entscheidung für eine spezielle Uni aufgrund fachlicher Argumente sein. Manchmal ist sie aber auch schlicht die einzige Alternative, um deine Doktorarbeit zu schreiben Recherchiere und plane daher im Vorfeld genau, welche Uni und welcher Professor in Frage kommen. Der persönliche Kontakt ist dabei Gold wert. Entweder über Empfehlungen oder durch Eigeninitiative und den Telefonhörer. Wichtig ist: Du schreibst die Doktorarbeit für den Professor! Überlege dir im Vorfeld also genau, welche Vorteile der Professor durch dich und deine Doktorarbeit hat und bringe diese Argumente schon im ersten Gespräch mit ein.

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